Ausgangslage

Israelitische Gartenbauschule Ahlem in Hannover wurde als eine Ausbildungsstätte für jüdische Jungen Ende 19. Jahrhunderts errichtet. In der Zeit des Nationalsozialismus wurde das Gelände als Sammelstelle für Juden und später als Gestapo-Dienststelle benutzt. Seit 1945 ist der Ort eine Gedenkstätte und beherbergt ein Museum.

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Anfang 2019 wurde die Ausstellungsfläche um einen Expositionsraum erweitern. Dieser Raum sollte die Aufarbeitung der Geschichte des Ortes nach dem zweiten Weltkrieg beschreiben. Die Geschichten der Gartenschule, der einzelnen Gebäude auf dem Gelände, die relevanten politischen Ereignisse und Einzelschicksale sollten den Besuchern nähergebracht werden.

Vision

Die Intention der Veranstalter war es, die Inhalte in den zeitlichen und chronologischen Kontext zu bringen und trotzdem modern wirken zu lassen. So wurden an den Wänden des Raumes LCD-Panels angebracht, auf denen historische und aktuelle thematische Zitate als “Newsticker” durchlaufen sollten. An einer Wandseite wurde ein Fernsehbildschirm angebracht, der die wichtigsten historischen Ereignisse zur Aufarbeitung des Nationalsozialismus als Slideshow zeigte.

Das zentrale Element dieses Ausstellungsraumes war ein interaktiver Tisch. Meine Aufgabe war es das Interface-Konzept für den Tisch zu erstellen.

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Nutzer im Fokus

Die mit Abstand häufigsten Besucher des Museums sind die Gymnasiasten. Sie kommen oft mit als Schulklassen und verbringen den ganzen Tag auf dem Gelände.

Konzept

Meine Idee war es, die Inhalte in Form von Twitter-Nachrichten und -Feeds zu organisieren. Diese Form der Darstellung passte ideal zur Vision der Veranstalter und zum jungen Publikum.

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Persönliche Timeline

So könnte die perönlichen Geschichten chronologisch präsentiert werden, ohne ermüdent zu wirken.

TWEETS ZU EINEM THEMA

(kombinirte Stories zu einem Hashtag)

Zum einen erlaubte diese Art der Informationsarchtektur eine chronologische Gruppierung der Ereignisse, zum anderen schafften die Hashtags eine leicht nachvollziehbare Querverbindung zwischen den Themen.

Durch die Beschränkung auf wenige Sätze waren die einzelnen Tweets aufmerksamstark und schnell erfassbarer. Das erleichterte den Einstieg für die vorbeigehende Passanten. Die einzelnen Tweets wurden über den gesamten Bildschirm verteilt. So haben mehrere Benutzer gleichzeitig die Möglichkeit den interaktiven Tisch zu bedienen.

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